bex – Sie bauen. Wir liefern.

Was ist bex eigentlich? – Interview mit Gründer und Geschäftsführer Lennart Paul

Was ist bex eigentlich? – Interview mit Gründer und Geschäftsführer Lennart Paul

bex wächst und gedeiht seit 2019. Täglich führen wir Gespräche mit interessanten Menschen aus dem Bauhandwerk und mit ihren Zulieferern. Eine Frage die dabei natürlich häufig gestellt wird ist „Was ist bex denn eigentlich genau?“ Diese berechtigte Frage wollen wir in unserem Blog klären und die Besonderheiten erklären. Dazu haben wir unseren Gründer und Geschäftsführer Lennart befragt. 

Kimberly: Lennart, wir springen direkt rein: Was bringt bex einem mittelständischen Bauunternehmen? 
Lennart: Wir sparen Zeit, Geld und Nerven in der Materialbeschaffung. Mit bex können sich Bau- und Handwerksunternehmen auf Ihre Kernkompetenz konzentrieren: das Bauen. 

Kimberly: Und kannst du einfach und mit wenigen Worten erklären, was bex genau macht? 
Lennart: Ich versuche es! Was ein Pizza Lieferservice für Pizza ist, das ist bex für Baumaterial. Wir kümmern uns darum, dass Baumaterial, Baumaschinen und alles weitere kurzfristig auf die Baustelle geliefert wird. Wir wickeln die Bestellung von der Entstehung des Bedarfs bis zur Lieferung auf die Baustelle ab. 

Kimberly: Die Bauhandwerksbetriebe haben ja gute und langjährige Beziehungen zu den meisten ihrer Lieferanten. Wie steht bex dazu? 
Lennart: Wir sind kein Händler oder Wiederverkäufer. Das heißt, das Material etc. kommt weiterhin, wie gewohnt, von den bestehenden Lieferanten des Bauunternehmens. Wir wickeln die Bestellung dort im Namen, auf Rechnung und zu den bestehenden Konditionen unseres Kunden ab. Das Verhältnis von Lieferant und Bauhandwerk bleibt zu 100 Prozent intakt. Durch bex wird es unseres Erachtens nach noch gestärkt – weil z. B. der Bestellprozess reibungsloser funktioniert. 

Uns ist es wichtig, das bestehende Verhältnis nicht zu zerstören, sondern dem Bauhandwerk zu helfen, seine bestehenden Lieferanten noch besser nutzen zu können. Nur eben, ohne z. B. mit der kurzfristigen Abholung von Material Zeit zu verlieren. Wir sind an einem Ende ein digitaler Einkaufsassistent für das Bauhandwerk – am anderen Ende ein Service, bei dem ein LKW auf die Baustelle fährt und mir meine benötigten Materialien bringt.

(Bildquelle: privat)

Kimberly: bex ist aber auch kein klassisches Online-Shop-Modell. Wo unterscheidet sich bex? 
Lennart: Im E-Commerce suche ich mir als Nutzer aus einem großen Katalog mit vielen Informationen (z. B. Preis, Verfügbarkeit, Lieferzeit) die entsprechenden Produkte aus und lege sie in einen Warenkorb, den ich dann bestelle. Unserer Erfahrung und Beobachtung nach wälzt das jedoch viele Tätigkeiten in der Beschaffung auf den Kunden ab – der oft weder Zeit noch Lust hat, sich durch einen Online Shop zu arbeiten. 

Wir versuchen hingegen, dem Kunden die komplette Arbeit von der Bestellung bis zur Belieferung auf die Baustelle abzunehmen. Es fängt also als digitaler Einkaufsassistent per App an und endet mit einer richtigen Lieferung, der richtigen Produkte, zur richtigen Zeit, in der richtigen Menge an den richtigen Ort. 

Kimberly:  „Digital“ ist mein nächstes Stichwort. Müssen sich Bauhandwerksunternehmen denn dringend digitalisieren?
Lennart: Man hört und liest ja viel, es wird dauernd Druck gemacht, man müsse unbedingt digitaler werden. Ich glaube, digitale Werkzeuge und Arbeitsweisen können einem das Leben schon deutlich erleichtern, aber unter Druck setzen lassen würde ich mich in dem Thema nicht. 

Digitalisierung darf kein Selbstzweck sein für Bauhandwerksbetriebe. Es muss auch einen konkreten Nutzen bringen – und idealerweise nicht mehr Arbeit machen, als man zuvor hatte. Für uns ist der konkrete, greifbare Nutzen der entscheidende Faktor. Nur Software alleine löst keine Probleme – schon zweimal nicht im Bauhandwerk. 

Kimberly: Neben Bauhandwerksbetrieben kann bex auch von den Lieferanten genutzt werden. Was steckt dahinter? 
Lennart: Wir haben gemerkt, dass auch viele Lieferanten, z. B. Baustoffhändler oder Malerbedarfshändler großen Bedarf haben, Kunden kurzfristig beliefern zu können. Immer mehr Kunden wünschen sich das, da es natürlich komfortabel ist und man auf kurzfristige Bedarfe besser reagieren kann. 

Kimberly: Aber die meisten Händler haben ihre eigene Logistikflotte. Will bex diese ersetzen? 
Lennart: Auf keinen Fall! Wir freuen uns, dass Händler eine gute, eigene Logistik betreiben. Wir sehen aber auch, dass wenn selbst 90 Prozent der Bestellungen mit den eigenen Fahrzeugen ausgefahren werden können, die letzten 10 Prozent meistens sehr nervig in der Abwicklung sind. Genau da setzen wir an – wir bieten Händlern kurzfristig zusätzliche Logistikkapazität ohne einen einzigen Euro Investition. 

Kimberly: Wie groß ist denn die bex-Flotte mittlerweile? 
Lennart: Wir sind ja mittlerweile in über 70 Städten in vier Balliungszentren in Deutschland. Unsere Flotte in diesem Gebiet umfasst mittlerweile über 300 Fahrzeuge, vom Lastenfahrrad bis zum Dreiachs-Hängerzug mit 27-Meter-Kran. Wir haben aber nicht wie bekloppt Fahrzeuge gekauft, sondern ein Netzwerk an Fullfillment Partnern (dt: Lieferpartnern) aufgebaut, die wir speziell nach Kriterien, die für eine Baustellenbelieferung wichtig sind, ausgewählt haben. 

Dazu gehören z. B., dass Arbeitsschutzmaßnahmen auf der Baustelle eingehalten werden, dass grundsätzlich selbstständig be- und entladen werden kann oder dass auch schwere oder längere Güter transportiert werden können. 

Kimberly: Und wie nutze ich als Händler dann den Service von bex? 
Lennart: Wir haben ein eigenes Online-Bestellportal für Händler entwickelt. Dort kann ich in Echtzeit meine Lieferung bestellen, ich wähle den Abholort aus, gebe die Fracht mit Abmessungen und Gewicht an, erfasse den Lieferort und letztendlich auch die Lieferzeit. So habe ich innerhalb einer Minute einen Transportauftrag angelegt. 

Auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Lieferanten gilt: Am besten ist die Arbeitszeit in die wichtigsten Tätigkeiten investiert. In dem Fall ist das dann das Verkaufen oder der Kundenservice – nicht aber unbedingt die Koordination jeder einzelnen Lieferung. Das übernehmen wir gerne.

(Bildquelle: privat)

Kimberly: Danke, dass du unseren Lesern einen Überblick über bex verschafft hast. Am Schluss noch eine letzte Frage, die man ja jedem Start-up stellen muss: Wie verdient ihr überhaupt Geld? 
Lennart: Diese Frage ist berechtigt und wichtig. Wir verdienen Geld, indem wir einen Festpreis für die Abwicklung einer Lieferung je nach Gewicht und Dringlichkeit berechnen. Für das Päckchen Schrauben, das innerhalb des gleichen Tages geliefert werden muss, sind das 19 EUR. Für 15 Säcke Putz, die innerhalb von 2h auf der Baustelle sein müssen, sind das dann 99 EUR. 

Weitere Beiträge

Allgemein

Mit Apps mehr Zeit für das Wesentliche

Digitalisierung – Durchgängige digitale Lösungen werden im Handwerk immer wichtiger. Doch auch einzelne App können das Leben auf der Baustelle erleichtern. Die Devise: Neues ausprobieren und mit Teilprozessen starten. Das Ziel: mehr Zeit für Kunden und Projekte. Im STEIN Magazin hat unser Kunde und Fliesenleger Peter Hegenberger einen kleinen Einblick in die Zusammenarbeit mit bex gegeben.

Mehr lesen
Baustoffhandel

Wie clevere Baustoffhändler mit Lieferservices profitabler werden

Selbst in guten Zeiten ist der Baustoffhandel ein Geschäft mit schmalen Margen. Der Nettogewinn liegt bei den meisten Baustoffhändlern typischerweise im Bereich von 2-3 Prozent. Andere Händler schaffen es jedoch, mehr Marge als der Durchschnitt zu erzielen und in Bereichen von 5 Prozent und mehr zu landen. Wie ist sowas möglich? Jetzt mehr erfahren.

Mehr lesen

Spannende Themen zur Bau- und Handwerkbranche

Spannende Themen zur Bau- und Handwerkbranche

Jetzt kostenlos für den bex Newsletter anmelden und nichts mehr verpassen