Wie kann E-Commerce im Baustoffhandel funktionieren?

Der klassische E-Commerce über Online-Shops bleibt im B2B-Baustoffhandel eine Randerscheinung. Was in anderen Branchen zu funktionieren scheint, ins in der Zusammenarbeit von Bau- und Handwerkskunden mit Ihren Lieferanten ein wunder Punkt.

In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit den Ursachen, die dazu führen, dass E-Commerce im Baustoffhandel in der aktuellen Form eher unbefriedigend funktioniert. Bei bex haben wir viel darüber gelernt, wie es besser funktionieren kann und wo die Stellhebel liegen, um die eigenen Mitarbeiter und die Kunden nicht mit schlechten Online-Shops zu frustrieren, sondern mit einfacheren Lösungen zu begeistern.

Veröffentlicht am 04.11.2020

„Zalando – schrei vor Glück oder schick’s zurück,“ dieses Werbezitat mit dem verbundenen Glücksschrei beim Öffnen der Haustüre für den Zalando-Paketboten ist, in nach Betracht, der sprichwörtliche „Urknall“ der modernen Form des E-Commerce, zumindest hier in Deutschland. Der Onlinehandel ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, zentral angetrieben von Internetgiganten wie Amazon oder eben Zalando.

Auch im Geschäftskundenumfeld wächst die Bedeutung von Onlinehandel rasant: Von 2012 bis 2018 wuchs der gesamte Onlinehandel zwischen Firmen um 430 Milliarden Euro auf 1,3 Billionen Euro Volumen an. Dabei wuchs insbesondere das Volumen über Marktplätze und Online-Shops: ca. 15 % Umsatz kommen jährlich in diesem Segment hinzu. Notwendigkeiten gegenüber der „alten Handelswelt“ dar. Doch die generellen Vorteile und Chancen, wie Bestellmöglichkeiten rund um die Uhr und den Erhalt einer elektronischen, strukturierten Bestellung überwiegen oftmals.

Viele Unternehmen aus allen möglichen B2B-Handelssegmenten erkennen bereits die Chancen und überlegen sich, wie sie über digitale Wege bestehenden Umsatz verteidigen und neuen Umsatz erzielen können. 

baustoffhandel

Status Quo im Baustoffhandel

Doch wie ist es um die E-Commerce-Bereitschaft im Baustoffhandel bestellt? Nach wie vor geht der Großteil der Bestellungen per Telefon, Fax und E-Mail ein. Zwar fangen einige Händler nach und nach an, zumindest die Faxgeräte abzustellen, doch das Grundproblem der analogen, unstrukturierten Bestellung bleibt. Daran ändert sich auch nichts, wenn der Außen- oder Innendienst nun statt einem Anruf eine WhatsApp (vielleicht sogar als Sprachnachricht) mit einer Kundenbestellung bekommt.

E-Commerce gibt es in der Baubranche selbstverständlich auch schon mindestens genauso lange, wie es das Internet gibt. Dabei bedeutet E-Commerce meistens das Vorhandensein eines mehr oder weniger guten Online-Shops, bei einigen wenigen sogar die Präsenz auf einem Online-Marktplatz. Einige Anbieter, wie z.B. Bausep.de, Benz24.de oder Baustoffhandel-Baudiscount.de sind bereits vor über 10-15 Jahren online gestartet und haben ihr Angebot sukzessiv auf- und ausgebaut. In den letzten Jahren kamen Start-ups hinzu, die, nach eigener Aussage, den Baustoffhandel digital revolutionieren möchten. Dazu gehören z.B. Roobeo oder Bobbie. Auch die großen, etablierten Baustoffhändler haben in den meisten Fällen bereits eine Online-Shop-Lösung parat, die sich jedoch bei genaueren Hinsehen und Ausprobieren als nicht besonders nutzerfreundlich und umständlich erweisen. 

Herausforderungen für Händler

Spricht man mit Baustoffhändlern über das Thema E-Commerce, bemerkt man oft Unzufriedenheit mit dem eigenen Stand der Umsetzung von E-Commerce-Lösungen im Unternehmen. Oft hängt es damit zusammen, dass der Aufbau von gut funktionierenden E-Commerce-Strukturen der Durchschreitung des Himalaya gleicht. Es ist nicht ein Berg an Herausforderungen, der sich vor Unternehmen auftut, sondern ein ganzes Gebirge: 

Produktdaten auf Artikelebene sind die Basis der meisten, funktionierenden E-Commerce-Modelle wie Online-Shops. Dabei geht es neben den Stammdaten, wie Gewicht, Verpackungseinheiten und Abmessungen, um Marketingdaten wie Bilder, Beschreibungstexte oder der Bezug zu anderen Produkten. Diese Daten zu bekommen, erstellen, veredeln und verwalten ist für Händler für sich genommen eine große Aufgabe an der Schnittstelle von Einkauf, Marketing, Vertrieb und IT.
Damit E-Commerce-Systeme auf Basis von Online-Shops reibungslos funktionieren, müssen sie in bestehende IT-Infrastrukturen mit Warenwirtschafts-, Buchhaltungs- und weiteren Systemen integriert werden. Idealerweise laufen Informationen wie Bestände, Preise und Lieferzeiten vom ERP in den Online-Shop, auf der anderen Seite sollen Bestellungen ohne manuelle Bearbeitungen abgewickelt werden. So zumindest die Idealvorstellung. In der Praxis zeigt sich, dass allein schon manches (Branchen-) ERP-System nicht in der Lage ist, die entsprechenden Schnittstellen zu bieten oder Daten in Echtzeit vorzuhalten.
Preise im Online-Shop anzuzeigen ist für viele Anbieter der größte Paradigmenwechsel zur alten Handelswelt hin. Selbst wenn für alle Kunden und alle Artikel individuelle Preise vorliegen, wird vielen beim Gedanken, dem Kunden eine ständig einsehbare Preisliste vorzuhalten, äußerst mulmig. Dazu kommt, dass es oft technisch nicht so einfach ist, die Preise auf Kundenebene im Online-Shop auszuspielen. Gleiches gilt auch für Artikelverfügbarkeiten, zumal diese oft über einzelne Standorte hinweg angezeigt werden müssen. 

Wie wir bei bex ein besseres Kundenerlebnis schaffen als jeder andere Online-Shop

„The Online-Shop won’t do the Job“ – ein Online-Shop alleine bringt es nicht. Im Baustoff- und Baubedarfshandel mit täglich wiederkehrenden Transaktionen müssen Lösungen besser und einfacher sein als ein Online-Shop. Das heißt nicht, dass Online-Shops schlecht sind, sie lösen jedoch nur 5, 10 oder 15 % des im Handel und bei den Kunden aufkommenden „Digitalisierungsproblems“ in der Materialbeschaffung.

Bau- und Handwerkskunden benötigen einfache Lösungen, die nicht den Aufwand auslagern und verlässlich funktionieren. Handwerker gehören auf die Baustelle und sollten so wenig Aufwand wie möglich mit der Beschaffung von Material haben. Und eine Bestellung ist erst dann erfüllt, wenn das Material zu der Zeit an dem Ort ist, wo es benötigt wird.

Bei bex lösen wir das, indem wir eine App bieten, mit der ganz einfach jegliches Material von allen Händlern per Freitexteingabe bestellt werden kann. Jeder Kunde kann sich über die Zeit einen individuellen Produktkatalog anlegen und aus diesen Produkten bei seinen Händlern bestellen. Jedes Produkt, dass er mindestens einmal bestellt hat, wird automatisch in diesem Katalog hinterlegt.

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