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Baustoffhandel

Baustoffmangel in Deutschland - im Gespräch mit Jörn Benz

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Einleitung
Immer mehr Bauherren und Handwerksfirmen haben seit Anfang des Jahres mit den zunehmenden Lieferengpässen von Baumaterialien zu kämpfen. Die Folge: erhöhte Preise bei Rohstoffen wie Stahl, Holz oder Kunststoff. In dem Bau-Podcast „Der Hoefliche und der [BAU]stein“ reden Fabio Gentile und Julian Stein mit dem Inhaber Jörn Benz vom Stuckateurmeisterbetrieb STARKBAU über seine Eindrücke und mögliche Gründe. 

Quelle: Podcast Der Hoefliche und der [BAU]stein 
Autoren: Fabio Gentile und Julian Stein    
Web: derhoefliche-derbaustein.de

 

Lieferengpässe für Baumaterial
Die Auftragsbücher sind voll, die Handwerker sind startklar, aber das benötigte Material fehlt. In Deutschland mangelt es an Baustoffen und kleine sowie große Handwerksunternehmen müssen teilweise Kurzarbeit anmelden. Viele Fertigstellungstermine können nicht mehr eingehalten werden. 

Jörn Benz kümmert sich mit seiner Firma STARKBAU hauptsächlich um Stuckateur- und Fassadenarbeiten. Das erste Mal machten sich die Lieferengpässe bemerkbar als ein Dachdecker ihn darauf aufmerksam machte, dass OSB-Platten – von welchen er monatlich im Schnitt zehn Stück verbaut – fehlten. Normalerweise werden OSB-Platten regelmäßig gebraucht und sind in kleinen Mengen meist am nächsten Tag lieferbar. Allerdings laufen viele der Lieferketten derzeit nicht wie gewohnt, sodass die „Just-in-time“-Beschaffung seitens der Baustoffhändler nicht mehr eingehalten werden kann und wenn, dann nur mit erheblichen Preiserhöhungen. 

Jörn Benz erklärt, dass der Endkunde oft nichts von den Lieferengpässen mitbekommt und er selbst die Verantwortung tragen muss. Jedoch ist es vor allem als kleines Handwerksunternehmen wichtig, Termine einzuhalten und positives Kundenfeedback zu erhalten. Oft kann eine Baustelle gar nicht erst angefangen werden, weil ein Teil der Materialien durch Lieferverzögerungen fehlt. „Der nächste Baumarkt um die Ecke wäre sonst meine erste Anlaufstelle gewesen.“  

Gründe für Rohstoffmangel
Die Corona-Pandemie hat zwar weltweit Auswirkungen und den Schiff- und Frachtverkehr unterbrochen, ist jedoch nicht der Hauptgrund für das Problem im Baustoffhandel. Die Nachfrage aus dem Ausland, vor allem in China und den USA, steigt enorm an. Dies hat die Knappheit und die Preise in Europa in die Höhe getrieben. Hinzu kommt der aktuelle Bauboom in Deutschland. Der Wohnungsbau läuft nach wie vor kräftig. Das statistische Bundesamt sagt voraus, dass in diesem Jahr 9% mehr Wohnungen gebaut werden als 2020. 

Jahrelang hat die Baustoffbeschaffung reibungslos funktioniert, erzählt Jörn Benz. Ein eng befreundeter Maler aus Stuttgart, welcher mehrere Paletten Farbe einkaufen wollte, erzählte ihm, dass Händler teilweise einen Maximalbestellwert vorgeben, um das Material besser rationieren zu können. Dabei gehe es nicht um die Farbe an sich, sondern um die Herstellung der Eimer in China, wo weiterhin Kunststoffmangel herrscht.    

Prognose
Es bleibt offen, wann die Preise für Baustoffe wieder sinken. Fest steht, dass es aktuell kaum möglich ist, Angebotspreise, Lieferzeiten und Fertigstellungstermine einzuhalten. Jörn Benz spricht dennoch nicht von einer Krise, sondern von einem Veränderungsprozess. Viele Firmen denken darüber nach, gewisse Arbeiten anders auszuführen und neu zu überdenken – zum Beispiel von günstigeren Materialien zu teureren und nachhaltigeren Baustoffen zu wechseln. Gesunde und nachhaltige Rohstoffe werden zukünftig eine immer größere Rolle spielen, sagt er.  
  

Die ganze Folge zum Hören gibt es hier

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